Playlisten erzeugen

Playlisten können leicht mit verschiedenen Audioplayern erzeugt werden. Je nach Verwendung gibt es jedoch einiges zu beachten. Dazu später mehr.

 

Beispiel: VLC

 

In VLC zieht man seine abzuspielenden Medien einfach per Drag'n'Drop in das Abspiellistenfenster oder lädt sie über den Menüpunkt Medien "Datei öffnen" oder "Mehrere Dateien öffnen" oder "Verzeichnis öffnen". Das Abspeichern der Playliste erfolgt auch über den Menüpunkt Medien "Wiedergabeliste in Datei speichern". Ein Ausschnitt der Playliste, welche ich so von einem USB-Stick erzeugte und auf diesem auch abspeicherte, sieht wie folgt aus.

 

#EXTINF:211,Am Ende.mp3
/media/dirk/USB-STICK/OK KID/Am Ende.mp3

 

Es ist die Anzeige für den Player, gefolgt von dem Ort, wo er die Datei findet. VLC speichert die Information für den Ort "absolut" auf. Der volle Pfad wird angegeben. Das hat zur Folge, das die Playliste nicht mehr funktioniert, wenn dieser Stick in einem anderem Gerät steckt.

 

Man benötigt darum eine "relative" Playliste. Dort ist die Pfadangabe vom Ort der Liste aus angegeben. Die folgende Angabe ist "relativ" von der abgespeicherten Playliste aus gesehen.

 

#EXTINF:211,Am Ende.mp3
./OK KID/Am Ende.mp3

 

Die Zeichenkombination ./ am Anfang der Pfadangabe ist ein Stellvertreter für das aktuelle Verzeichnis, in dem die Playlist liegt. Diese Liste funktioniert auch, in anderen Geräten (Z.B im Auto), solange die Dateien oder die Liste nicht verschoben werden. Eine die absoluten Angaben kann man mittels suchen/ersetzen in einem Texteditor ändern lassen.

 

Es gibt Audioplayer, welche auch das Abspeichern als relative Playliste beherschen. So z.B. Clementine. Dort kann man in den Einstellungen relatives Speichern festlegen.

 

 

 

Schnelles Erzeugen von Playlisten mittels Dateibrowser oder Shell Befehlen

Mit Shell Befehlen zu arbeiten, hört sich abschreckend an, hat aber mitunter deutliche Vorteile gegenüber der Benutzung einer Grafischen Programmoberfläche. Im folgenden zeige ich wie man ein kleines Script erzeugt, um ganze Verzeichnisse oder Verzeichnisstrukturen als Playlist abzulegen und  es als Script in den Dateibrowser Nemo einsetzen kann.

 

Folgender Shell Befehl durchsucht das aktuelle Verzeichnis und alle Unterordner nach mp3 Dateien und erstellt unter dem Namen Playlist.m3u eine relative Playliste.

 

find -name "*.mp3"  > Playliste.m3u

 

Erklärung:

find               Suchbefehl

-name            es folgt die Suchmaske

"*.mp3"         Suchmaske: alle Dateien,welche mit .mp3 enden

>                   Bildschirmausgabe in folgende Datei umleiten

Playliste.m3u  Name der Datei

 

Mit folgenden Erweiterungen werden wir das noch verbessern:

 

-maxdepth     Suchtiefe

-iname            Nur sichtbare suchen

|                    Ausgabe auf einen anderen Befehl umleiten (Pipe)

sort                Sortieren

cd                  aktuelles Verzeichnis

$1 $2             Platzhalter für erstes und zweites Argument.

 

Man erzeugt folgende Datei im Texteditor:

 

#!/bin/bash
if [ "$1" == "" ]
 then
 find -iname "*.mp3" |sort > playlist.m3u
 exit
fi

if [ "$1" == "-h" ]
 then
 echo
 echo "playlist  [Dateiname] [Suchtiefe]"
 echo "playlist  [Dateiname]
 echo
 exit
fi

if [ "$2" == "" ]
 then
 find -iname "*.mp3" |sort > $1.m3u
 exit
fi

find -maxdepth $2 -iname "*.mp3" |sort > $1.m3u

Es wird im Home-Ordner der Ordner bin erzeugt.

Die Datei wird unter dem Namen playlist in diesem abgespeichert

und ausführbar gemacht.  Siehe hier.

 

Dann kann man den neuen Befehl playlist benutzen.

(Groß-kleinschreibung beachten).

 

playlist  sucht alle mp3 im aktuellen Verzeichnis und allen Unterordnern und speichert als Playliste.m3u.

 

playlist test  sucht alle mp3 im aktuellen Verzeichnis und allen Unterordnern und speichert als test.m3u.

 

playlist Queen 1 sucht alle mp3 nur im aktuellen Verzeichnis und speichert als Queen.m3u.

 

playlist test 3  sucht alle mp3 im aktuellen Verzeichnis und allen Unterordnern zwei Ebenen weiter und speichert als test.m3u.

 

Der Dateibrowser Nemo kann Scripte ausführen, welche im Ordner

home/benutzername/.local/share/nemo/scrips liegen und ausführbar gemacht wurden.

 

Folgendes Script legt man dort unter dem Namen Playlist ab:

 

#! /bin/bash
cd NEMO_SCRIPT_SELECTED_FILE_PATHS
find -iname "*.mp3" |sort > playlist.m3u

 

 

Dieses Script taucht dann in Nemo unter Bearbeiten/Module/Scripte auf, wo man die Scripte auch nochmal aktivieren, deaktivieren oder bearbeiten kann.

Man startet das Script durch rechten Mausklick in den zu durchsuchenden Ordner und wählt im Popup-Menü Scripte/Playlist.

Es wird im Ordner eine relative Playliste des Ordner und aller Unterordner mit dem Namen playlist.m3u erzeugt.

 

Speichert man z.B. ein weiteres Sript mit der Angabe der Suchtiefe, kann man wie hier eine Playlist des aktuellen Ordner ohne Unterverzeichnisse erzeugen.

 

#! /bin/bash
cd NEMO_SCRIPT_SELECTED_FILE_PATHS
find -maxdepth 1 -iname "*.mp3" |sort > playlist.m3u